DIPLOMARBEIT
PENTHESILEA I HEINRICH VON KLEIST


Kleists Seelendrama „Penthesilea“ thematisiert die Niederlage eines maßlosen Begehrens:
Die Amazonenkönigin Penthesilea liebt den Griechen Achilles. Der Versuch, diesen auf dem Schlachtfeld zu besiegen, scheitert. Aufgrund der Niederlage verfällt Penthesilea in einen wahnsinnigen Rausch und tötet Achilles letztendlich. Wieder bei klarem Bewusstsein nimmt sie sich selbst das Leben.
Der tragische Konflikt der „Penthesilea“ ergibt sich aus der Tatsache, dass Penthesilea zugleich Liebende als auch Königin sein muss. Sie steht sinnbildlich zwischen zwei Welten. Desweiteren ist die Gegenüberstellung von Amazonen und Griechen als sichtbarer Ausdruck einer gespaltenen Welt aufzufassen.
Als Metapher für diese Welt voller Gegensätze, Widersprüche und Abgründe zeigt das Bühnenbild eine Hängebrücke aus Stahl. Diese spannt sich über einen „Abgrund“ und kann über 24 Punktzüge auf verschiedene Positionen fahren.
Die Durchlässigkeit des Gitterrostbodens entzieht den Protagonisten den sicheren Boden. Die Hängebrücke veranschaulicht eine fragile Welt und schwebt wie eine schwankende Plattform inselgleich im Bühnenraum. Der Versuch der beiden Individuen Penthesilea und Achilles zueinander zu kommen scheitert. Von Anfang an steuern sie beide zielgerichtet auf einen Abgrund zu, ihre imaginäre Brücke führt ins Nichts.